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Geschichte

Der weite Weg nach oben

Ein Blick in die Historie des VfR Aalen

Aufruf in der Aalener Zeitung vom 08.03.1921

Ein frostiges Klima herrscht Anfang des Jahres 1921 nicht nur aus meteorologischer Sicht, auch zwischenmenschlich gibt es zwischen Fußballern und Turnern des MTV Aalen einige Differenzen. Dennoch brauchen sich beide angesichts der geringen Zahl an Vereinsmitgliedern und Sportstätten gegenseitig. So gründet der Männerturnverein Aalen eine Fußballabteilung, doch die Kicker sind auf dem Gelände der Turner an der Rombacher Straße nicht gerne gesehen. Die Kooperation kann die Spannungsfelder zwar nicht überspringen, die Fußballer werden aber wenigstens akzeptiert.

Die zweijährigen Streitigkeiten um den Spielplatz sowie um Ausgliederungsbestrebungen der Fußballer gipfeln in einem unrühmlichen Höhepunkt: Der MTV Aalen schließt Fußball-Spielleiter Georg Uhl aus dem MTV aus und leitet damit die Geburtsstunde des VfR Aalen ein, denn Uhl will sich nicht beugen und eine Niederlage der Fußballer akzeptieren.

Die Gaststätte "Eintracht" ist am 8. März 1921 Schauplatz einer von Uhl konkret vorbereiteten Generalversammlung, der nach einem Zeitungsaufruf mehr als 100 fußballbegeisterte Männer folgen. Einstimmig wird die Gründung eines unabhängigen Fußballvereines beschlossen. Von der Fußballabteilung des MTV Aalen bleiben nur drei Mitglieder zurück, alle anderen schließen sich dem neuen Verein an und geben ihm den Namen "Verein für Rasenspiele Aalen". Als Gründungstag des Vereins mit den Abteilungen Fußball und Leichtathletik wird der 8. März 1921 festgelegt, obwohl es Belege gibt, dass es sich bei diesem Termin lediglich um die Wiedergründung des VfR Aalen von 1912 handelt, der nach dem Krieg zunächst verschwunden war.

Zum Vereinsvorsitzenden wird Georg Uhl gewählt, der am 20. März 1921 im ersten Spiel des VfR Aalen einen 2:1-Sieg über den FC 08 Unterkochen bejubeln darf. Noch im August werden eine Schwimmabteilung und eine Gesangsabteilung gegründet.

Im Folgenden skizzieren wir die wichtigsten Entwicklungen in der weiteren Vereinsgeschichte:

1926: Wilhelm Stuzmann wird neuer Vorsitzender und steht dem Vorstand des VfR Aalen 52 Jahre lang in verschiedenen Funktionen zur Verfügung.

1927: Eine Schneeschuhabteilung und eine Handballabteilung schließen sich dem VfR Aalen an.

1934: Die Fußball-Bezirksklasse wird neu eingeteilt, der VfR Mitglied der "Gruppe Alb"

1939: Der VfR feiert die Meisterschaft in der Bezirksliga, qualifiziert sich für die Aufstiegsrunde mit dem VfR Schwenningen und dem FC Lustenau. Es gelingt der Aufstieg in die Gauliga (damals höchste deutsche Spielklasse). Der Verband lehnt jedoch die Austragung der Heimspiele an der "Wacht am Rhein" ab, Die "Schlageter-Kampfbahn" (heutiges SSV-Stadion)  entsteht und wird als Spielstätte des VfR Aalen genutzt.

Die VfR-Mitglieder im Jahr 1923.
Das Aufstiegsteam in die Gauliga.
Die "Wacht am Rhein" - jahrelange Spielstätte des VfR - erhielt nach dem Gauliga-Aufstieg keine Zulassung.

Fußball in Ruinen - die beschwerlichen Nachkriegsjahre

Mit einem Festakt wird das VfR-Stadion im Rohrwang eingeweiht.

1945: Nach Kriegsende darf im Kreis Aalen wieder Fußball gespielt werden. Die Schlageter-Kampfbahn muss aufgrund der von den Besatzungsmächten erlassenen Wiedergutmachungsgesetzen an den von den Nationalsozialisten enteigneten Arbeiter-Turnverein Jahn (später SSV Aalen) zurück gegeben werden. Der VfR Aalen muss die ersten Spiele notgedrungen auswärts austragen.

1946: Die Tischtennis-Abteilung wird gegründet.

1949: Das VfR-Stadion im Rohrwang wird mit einem großen Festprogramm und dem Spiel des VfR (damals württembergische Landesliga) gegen Mainz 05 (französische Zonenliga) eingeweiht (Endstand 3:5). Es bietet Platz für 15 000 Zuschauer.

1950: Der Boxclub Aalen schließt sich dem VfR als Boxabteilung an, die bis zur Auflösung 1969 für beachtliche Erfolge sorgt und in Württemberg zeitweise konkurrenzlos ist. Der VfR Aalen zählt 800 Mitglieder.
 

Der frühe Ruf der 2. Liga

1951: Die Fußballer sichern sich die Nordwürttembergische Amateurmeisterschaft. Im Entscheidungsspiel gegen den ASV Feudenheim gelingt in Würzburg der Sprung in die 2. Oberliga Süd (damals zweithöchste Spielklasse) – es war der vorläufige Abschied vom Amateurfußball, denn im Jahr darauf muss der VfR aufgrund eines zu dünnen Spielerkaders bereits wieder absteigen.

1959: Die Fusionspläne zwischen VfR und SSV Aalen scheitern.

1960: Eröffnung der VfR-Geschäftsstelle im Nebenzimmer der Gaststätte Schwanen am Marktbrunnen unter Leitung von Rolf Fipper

1961: Der VfR Aalen feiert sein 40-jähriges Bestehen mit einem Kameradschaftsabend im Vereinsgründungslokal Eintracht.

1963: Unter dem Trainergespann Albrecht/Hildner gelingt der Wiederaufstieg in die 1. Amateurliga. Im Entscheidungsspiel schlägt man die TSG Backnang durch einen Treffer von Friedrich Henne vor 3000 begeisterten Zuschauern mit 1:0. Nur ein Jahr später folgt der erneute Abstieg, der VfR droht zur "Fahrstuhlmannschaft" zu werden.

Die Meistermannschaft 1950/51 um VfR-Ehrenspielführer Eugen Ilzhöfer.

Große Zeiten

1970: Heinrich "Heiner" Leitz übernimmt die Verantwortung für die VfR-Fußballabteilung.

1971: Das 50-jährige Bestehen wird mit einem Jubiläumsabend im Gasthaus Eintracht gefeiert.

1972: Der VfR schafft unter Coach Hansi Schiegl und mit Spielern wie Helmut Dietterle und Erwin Hadewicz – mit 31 Treffern Torschützenkönig – wieder den Sprung in die 1. Amateurliga und gewinnt im gleichen Jahr den wfv-Pokal (5:3 gegen FV Ravensburg).

1974: Das VfR-Team elektrisiert eine ganze Region und holt mit einem 2:0-Sieg über Normannia Gmünd erstmals seit 23 Jahren wieder die Meisterschaft in der 1. Amateurliga. Helmut Dietterle (25 Treffer) und Dieter Hoeneß (23) erzielen dabei fast die Hälfte aller VfR-Tore in der Erfolgssaison.

1975: Trotz der Abgänge von Schroff und Dietterle wird der VfR Aalen erneut Meister. Mehrere Tausend VfR-Fans drücken den Schwarz-Weißen in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga die Daumen, am Ende aber muss man sich dem SSV Reutlingen geschlagen geben, der sich für die zweithöchste Spielklasse qualifiziert. Torjäger Dieter Hoeneß ist nicht zu halten und wechselt zum VfB Stuttgart.

Die Meistermannschaft 1973/74 mit den Torjägern Dietterle und Hoeneß, die eine ganze Region elektrisierte.

Krisen und Konsolidierung

Abschied: VfR-Legende Werner Müller (rechts beim Schuss) sagt nach über 600 Spielen für die Schwarz-Weißen und mehreren Jahren als Trainer "Servus".

1978: Wilhelm Stuzmann scheidet nach 52 Jahren Vorstandstätigkeit aus und wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1980: Dem VfR Aalen gelingt der direkte Durchmarsch von der Landes- in die Oberliga. Dort heißt es allerdings nach einem Jahr schon wieder Abschied nehmen.

1988: Das Trainergespann Erwin Hadewicz und sein Co. Werner Müller führen die Aalener zurück ins Amateur-Oberhaus. Finanzielle Probleme verschärfen die Situation beim VfR.

1991:  Werner Müller verabschiedet sich nach über 600 Spielen im VfR-Trikot und langen Jahren als Trainer aus dem Rohrwang. Stürmer Jürgen Schichta entwickelt sich zum Publikumsliebling, wird von den Fans sogar als "Fußballgott" gefeiert. Die Hockeyabteilung als zweitgrößte Gruppierung des Vereins tritt nach Querelen praktisch geschlossen aus.

1992: Rolf Stützel übernimmt das Amt des Vorsitzenden

 

Auf der Schwelle ins neue Jahrtausend

1993: Mit einem Auswärtssieg in Rastatt und einem Remis im Waldstadion entscheidet der VfR Aalen die Aufstiegsspiele für sich und kehrt in die damals dritthöchste Spielklasse – die Amateuroberliga – zurück.
   
1999: Der VfR liefert sich im Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga ein heißes Fernduell mit dem SV Sandhausen. Der letzte Spieltag bringt die Entscheidung: Aalen sieht nach einer 2:0-Führung in Pforzheim wie der sichere Sieger aus, muss in der 83. Minute aber den Ausgleich hinnehmen. Da auch Konkurrent Sandhausen führt, muss dringend ein Tor her. In der 86. Minute versetzt Slobodan Pajic mit seinem Freistoßtor zum Aalener 3:2-Sieg die mitgereisten Anhänger in einen Freudentaumel. Der VfR um Coach Walter Modick ist Regionalligist!

2000:
Willi Entenmann wird neuer Cheftrainer, erreicht mit einem verstärkten Kader aber nur den siebten Tabellenplatz.

2003: Berndt-Ulrich Scholz löst Johannes Moser an der Vereinsspitze ab und wird neuer Präsident des VfR Aalen - der Beginn einer neuen Ära.

Tränen und Triumphe

Fassungslos: Branko Okic

2008: Die von Edgar Schmitt trainierte VfR-Mannschaft steht ganz dicht vor dem großen Traum 2. Bundesliga, verspielt den fast schon sicher geglaubten Aufstieg in der Saisonschlussphase aber doch noch und qualifiziert sich für die neugeschaffene 3. Liga.


2009:
Als Topfavorit auf den Aufstieg gestartet, findet sich der VfR nach einer mehr als enttäuschenden Spielzeit in der Regionalliga wieder. Vier Trainer in einer Saison – darunter prominente Namen wie Jürgen Kohler oder Petrik Sander – können den Absturz nicht verhindern. Die Niederlage am letzten Spieltag in Unterhaching besiegelt die Talfahrt des VfR endgültig. Für einen VfR-Profi ist der Niedergang ganz besonders bitter: Nach elf Jahren beim VfR steigt Branko Okic zum Ende seiner Profikarriere ab.
 

2010: "Black is Back"! Coach Rainer Scharinger baut eine ganz junge Mannschaft auf, die überwiegend aus Spielern besteht, die zuvor in der Regionalliga oder Oberliga aktiv waren. Das Konzept geht auf: Mit tollem Fußball und einem sympathischen Auftreten spielt sich der VfR in die Herzen der Fußballfans zurück. Am Ende steht der vorab kaum für möglich gehaltene direkte Wiederaufstieg in die 3. Liga.

Am 27.12.2010 ist das Kapitel Rainer Scharinger im Rohrwang beendet. Aufgrund des 16. Tabellenplatzes sehen die VfR-Verantwortlichen den Klassenerhalt in der 3. Liga in Gefahr.

2011: Ralph Hasenhüttl übernimmt die Nachfolge von Scharinger. Der Österreicher schafft mit seiner Mannschaft den Klassenerhalt, der VfR beschließt die Saison auf Rang 16. In der Sommerpause wird der Kader erheblich verschlankt.  

 

Eine Dusche für den Coach: Der VfR schafft den direkten Wiederaufstieg.
Pokalfieber: Tim Bauers Treffer zum 1:2 gegen den FC Schalke 04 kommt zu spät.
Daumen hoch: Ralph Hasenhüttl schafft den Klassenerhalt 2010/2011.

28.04.2012 - am Ziel aller Träume!

Der VfR sorgt für die Fußball-Sensation des Jahres: Das 2:2 am vorletzten Spieltag beim VfB Stuttgart II ist gleichbedeutend mit dem lange ersehnten Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. Rund 2000 mitgereiste Anhänger feiern ausgelassen im Gazi-Stadion auf der Waldau. In Aalen bereiten Tausende Fans auf dem Rathausplatz dem Team einen begeisternden Empfang, die Jubelfeierlichkeiten in den Bars und Kneipen dauern bis in die frühen Morgenstunden. Der VfR gehört zu den 36 besten Fußballteams in Deutschland!

 

2. Liga - Aalen ist dabei!

2012: Über 12 000 Zuschauer sind beim ersten Zweitligaspiel der Vereinsgeschichte gegen den 1. FC Kaiserslautern dabei. Der VfR liefert dem Bundesliga-Absteiger einen großen Fight, muss sich knapp mit 1:2 geschlagen geben.

Eine ausverkaufte Scholz Arena verzeichnen die Verantwortlichen im DFB-Pokal-Erstrundenduell gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund (Endstand 1:4).

2013:  Der VfR Aalen überrascht alle Experten und beendet die erste Saison in der 2. Bundesliga als bester Aufsteiger auf Rang 9 – fernab jeglicher Abstiegssorgen. Nach der Saison erklärt Ralph Hasenhüttl seinen Rückzug, Stefan Ruthenbeck – bis dato U23-Coach und Leiter der TAAlentschmiede Ostalb – übernimmt den Cheftrainerposten.

Die Professionalisierung des VfR Aalen schreitet in allen Bereichen voran. Unter Federführung von Sportdirektor Markus Schupp wird das Nachwuchsleistungszentrum TAAlentschmiede Ostalb auf den Weg gebracht. Die Jugendarbeit trägt erste Früchte, nahezu alle VfR-Juniorenteams spielen in ihren Ligen ganz vorne mit.

Mit begeisterndem Fußball zwingen die Profis auf eigenem Platz den 1. FC Kaiserslautern mit 4:0 in die Knie. Nicht wenige reiben sich verwundert die Augen, sorgen die Aalener doch wider Erwarten erneut für Furore im Unterhaus.


 

Der VfR empfängt im DFB-Pokal Meister Borussia Dortmund.
Fußball-Feiertag: Stefan Ruthenbecks Elf bezwingt den FCK 4:0.
Sportdirektor Markus Schupp und Cheftrainer Stefan Ruthenbeck legen den Fokus auf die Nachwuchsarbeit.
Nahezu alle Nachwuchsteams (hier die U23) sind in ihren Ligen ganz vorne dabei.

2014: Von vielen vermeintlichen Experten vor der Saison als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt, schafft das Team von Cheftrainer Stefan Ruthenbeck drei Spieltage vor Schluss mit einem fulminanten 3:0-Auswärtssieg beim FC St. Pauli den Klassenerhalt und geht damit in sein drittes Jahr in der 2. Bundesliga. Auch im letzten Spiel vor heimischer Kulisse lässt es der VfR nochmals richtig krachen, feiert gegen Union Berlin einen vielumjubelten 3:0-Erfolg.

Große Erfolge feiert auch die TAAlentschmiede Ostalb: Die U23 realisiert den direkten Durchmarsch und steigt erstmals in die Oberliga Baden-Württemberg auf, die U17-Junioren schaffen den Sprung in die EnBW-B-Junioren-Oberliga.

Mit einem 3:0-Sieg auf St. Pauli sichert sich der VfR drei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt.
Vor dem letzten Heimspiel gegen Union Berlin werden acht Akteure verabschiedet.
Das 3:0 gegen die "Eisernen" und eine tolle Saison werden von den Fans beim Saisonabschluss gefeiert.
Erstmals in der Vereinsgeschichte steigt die U23 in die Oberliga Baden-Württemberg auf.

Saison 2014/2015 - der bittere Abstieg in Liga 3

Einmal mehr muss der VfR Aalen zur Spielzeit 2014/2015 den Verlust mehrerer Leistungsträger kompensieren. Von Beginn an verfolgen Cheftrainer Stefan Ruthenbeck und der Verein nur ein Ziel: Klassenerhalt. Nach einem erfolgreichen Saisonstart folgen schon bald erste Rückschläge. Der VfR muss in den Heimspielen gegen direkte Abstiegskonkurrenten bittere Niederlagen hinnehmen. Gegen die Topteams der Liga begeistern die Aalener hingegen immer wieder ihre Fans. Für Furore sorgt die Ruthenbeck-Elf im DFB-Pokal. Ende Oktober wird Bundesligist Hannover 96 mit 2:0 geschlagen - erstmals in der Vereinsgeschichte stößt der VfR ins DFB-Pokal-Achtelfinale vor. Dort ist trotz starker Leistung gegen 1899 Hoffenheim Endstation.

In der Liga hängt das Team am Tabellenende fest. Zwar punktet der VfR von allen Teams im Keller am konstantesten, unterm Strich stehen aber zu viele Unentschieden zu Buche. Verschärft wird die Situation durch den doppelten Punktabzug aufgrund eines wiederholten Verstoßes gegen die Lizenzauflagen sowie durch zahlreiche fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen. Am vorletzten Spieltag besiegelt die Derbyniederlage vor heimischer Kulisse gegen den 1. FC Heidenheim den Abstieg.

Gegen Düsseldorf feiert der VfR im November 2014 einen 2:0-Heimsieg.
Mit einem 2:0-Sieg gegen Hannover 96 erreichen die Aalener erstmals das DFB-Pokal-Achtelfinale.
Tränen und Enttäuschung: Nach der Derbyniederlage gegen Heidenheim steht der Abstieg in Liga 3 fest.
Nach dem Saisonfinale in Nürnberg bedanken sich die Fans für drei tolle Jahre in der 2. Liga.

Neuaufbau in der 3. Liga

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga hängt die Lizenz für Liga 3 im Sommer 2015 lange Zeit am ganz seidenen Faden. Der Kraftakt findet ein positives Ende, der VfR erhält die Zulassung für die 3. Liga und startet mit einem runderneuerten Kader in die neue Spielzeit. Auch die Sponsoren halten dem VfR die Treue, nicht wenige erhöhen sogar ihr Engagement im Vergleich zur 3. Liga. Und auch die Fans setzen ein deutliches Signal für den Profifußball in Aalen. Zum Saisonstart sind mehr Dauerkarten verkauft als zum gleichen Vorjahreszeitpunkt. Mit Peter Vollmann folgt ein erfahrener Coach dem scheidenden Trainer Stefan Ruthenbeck, den es zur Spielvereinigung Greuther Fürth zieht. Die Zeit drängt: Es muss fast ein komplett neuer Kader gebaut werden, lediglich neun Akteure aus der Vorsaison sind noch an Bord. Gemeinsam mit dem neuen Sportlichen Leiter Markus Thiele und dem Präsidiumsmitglied für den Bereich Sport, Hermann Olschewski, baut Peter Vollmann eine neue Mannschaft zusammen.

Neu formiert präsentieren sich auch Präsidium und Aufsichtsrat. Unter dem Motto "WIR auf der Ostalb! Immer weiter nach vorn - VfR 2021!" wird ein Konzept zur Neuausrichtung des Vereins präsentiert. Sportlich überrascht der VfR Aalen alle Experten. Der Saisonstart gelingt, die Aalener halten Tuchfühlung zur Spitzengruppe der 3. Liga. Einen dramatischen DFB-Pokal-Abend erleben die Schwarz-Weißen im August gegen den 1.FC Nürnberg. Vor heimischer Kulisse zwingt das Vollmann-Team den Zweitligisten ins Elfmeterschießen. Dort hält VfR-Keeper Daniel Bernhardt drei (!) Strafstöße - am Ende jubeln trotzdem die Gäste.

Im weiteren Saisonverlauf bis zur Winterpause stabilisiert sich das VfR-Team, beschließt das Fußballjahr 2015 auf Rang 13. Nach der Winterpause spitzt sich die Situation im Tabellenkeller zu, das Feld schiebt sich dichter zusammen und der VfR gerät wider Erwarten nochmals in die gefährliche Zone. Mit einem 3:2-Heimerfolg gegen den FSV Mainz 05 II sichert sich die Vollmann-Elf drei Spieltage vor Schluss den Ligaverbleib. Insgesamt sieben Spieler werden verabschiedet. Routinier Oliver Barth hängt nach 15 Jahren als Profi und 124 Spielen für den VfR Aalen seine Fußballschuhe endgültig an den Nagel. Mit einer spektakulären Aktion sorgt Aufsichtsratsmitglied Michael Weißkopf für Schlagzeilen. Er läuft in neun Tagesetappen vom Bremer Weserstadion in die Scholz Arena - eine bislang einmalige Aktion im deutschen Profifußball, die dank der Unterstützung von Sponsoren und Fans 62 000 Euro für die Finanzierung der Spielzeit 2016/2017 einbringt.

Peter Vollmann folgt auf Ruthenbeck und baut innerhalb weniger Tage einen fast komplett neuen Kader.
Denkwürdiger Pokalabend: Der VfR unterliegt nach vier vergebenen Strafstößen dem 1. FC Nürnberg.
Nach 15 Jahren als Profi verabschiedet sich Oliver Barth am letzten Spieltag von der aktiven Fußballbühne.
640 Kilometer in neun Tagesetappen von Bremen nach Aalen: VfR-Aufsichtsratsmitglied Michael Weißkopf vollbringt eine unglaubliche Energieleistung.

Der VfR trotzt der Insolvenz

Vor der Saison 2016/17 tut sich personell einiges beim VfR Aalen. 13 Neuzugänge stoßen zum Kader  der Schwarz-Weißen hinzu, elf Akteure verlassen den Verein. Das Ziel ist klar: Klassenerhalt! Jedoch gestaltet sich dieses Unterfangen zunächst sehr schwer. Nach einer eher durchwachsenen Hinrunde mit zwar gerade einmal drei Niederlagen, aber auch ganzen zehn Unentschieden, rangiert der VfR Aalen auf Platz 17 in der 3. Liga - nur zwei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Die Rückserie beginnt zwar ohne Niederlage, jedoch kommt die Vollmann-Elf in den ersten drei Partien erneut nicht über ein Remis hinaus. Am 14. Februar stellt der Verein Antrag auf Insolvenz, um sich von den Altschulden in Höhe von 3,6 Millionen Euro zu befreien. Außerdem sieht sich der Verein mit einer drohenden Steuerrückzahlung in Höhe von bis zu 500.000 Euro konfrontiert, die aus der Zeit von 2008 bis 2012 herrührt. Der Gang in die Insolvenz ist alternativlos. Das Problem dabei: der DFB droht im Falle eines Insolvenzantrages mit einem Punkteabzug in Höhe von neun Zählern. In der derzeitigen sportlichen Situation des VfR eine echte Hiobsbotschaft.

Am 10. März dann die Entscheidung des DFB: Dem VfR Aalen werden neun Punkte abgezogen, doch das scheint die Spieler noch mehr zu motivieren. Mit drei Siegen in Serie antwortet das Team von Peter Vollmann eindrucksvoll auf das DFB-Urteil. Trotz mehrfacher Einsprüche gegen das Urteil bleibt die Strafe bis zum Saisonende bestehen. Und sportlich? Sportlich zeigen sich die Schwarz-Weißen von ihrer besten Seite. In den letzten neun Spielen sammelt der VfR Aalen 13 Zähler und schafft trotz der Insolvenz und des Punktabzugs  den Klassenerhalt in der 3. Liga. Eine starke Rückrunde, die am Saisonende Platz elf bedeutet, beschert den VfR-Anhängern ein weiteres Jahr 3. Liga im Rohrwang.

Erfolge

Aufstieg in die 2. Bundesliga 2012

Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga von 2012 bis 2015

siebenmaliger wfv-Pokal-Gewinner (2010, 2004, 2002, 2001, 1986, 1979, 1972)

dreimaliger Meister der Amateurliga (1975, 1974, 1951)

Aufstieg in die Gauliga (damals höchste deutsche Spielklasse, 1939)

Vorsitzende/Präsidenten

Präsidiumsteam Roland Vogt, Walter Höffner, Hermann Olschewski und Rudi Feil (seit 01.07.2016)
Berndt-Ulrich Scholz (2003 bis 30.06.2016)
Johannes Moser (1997 - 2003)
Rolf Stützel (1992 - 1997)
Herbert Mäurer (1978 - 1992)
Wilhelm Stuzmann (1960 - 1978)
Otto Kuhnle (1951 - 1960)
Martin Berth (1947 - 1951)
Wilhelm Stuzmann (1946 - 1947)
Hans Küstner (1945 - 1946)
Eugen Hausch (inoffiziell, 1940 - 1945)
Wilhelm Stuzmann (1926 - 1940)
Martin Berth (1925)
Willi Klumpp (1923 - 1924)
Martin Berth (1923)
Willi Klumpp (1922 - 1923)
Georg Uhl (1921 - 1922)

Die Trainer

Peter Vollmann (seit 12.06.2015)
Stefan Ruthenbeck (01.07.2013-11.06.2015)
Ralph Hasenhüttl (02.01.2011 - 30.06.2013)
Rainer Scharinger (06.05.2009 - 27.12.2010)
Petrik Sander (21.11.2008 - 05.05.2009)
Kosta Runjaic (15.11.2008 - 21.11.2008)
Jürgen Kohler (28.08.2008 - 15.11.2008)
Edgar Schmitt (2007 - 2008)
Frank Wormuth (2005 - 2006)
Slobodan Pajic (2004 - 2005)
Peter Zeidler (2003 - 2004)
Helmut Dietterle (2001 - 2002)
Willi Entenmann (2000 - 2001)
Helmut Dietterle (2000)
Walter Modick (1997 - 2000)
Joachim Zeller/Ralf Sporys (1996 - 1997)
Norbert Stippel (1994 - 1996)
Helmut Dietterle (1991 - 1994)
Werner Müller (1990 - 1991)
Günther Huber (1998 - 1990)
Werner Müller (1988 - 1989)
Rudi Kern (1988)
Erwin Hadewicz (1985 - 1988)
Manfred Römer (1985)
Rudi Abele (1982 - 1985)
Max Fischer (1981 - 1982)
Rudi Abele (1978 - 1981)
Karl Gauß (1977 - 1978)
Peter Jendrosch (1976 - 1977)
Hellmut Maier (1973 - 1976)
Werner Bickelhaupt (1973)
Hans Arnold (1972 - 1973)
Hans Schiegl 1971 - 1972)
Norbert Wels (1971)
Manfred Günther (1968 - 1971)
Friedrich Bruns (1967 - 1968)
Hans Schiegl (1966 - 1967)
Willy König (1966)
Eugen Ilzhöfer/Alfred Albrecht (1966)
Alfred Portjen (1965 - 1966)
Peppi Strauß (1964 - 1965)
Alfred Portjen (1963 - 1964)
Alfred Albrecht/Hans Hildner (1962 - 1963)
Kurt Rathgeb (1962)
Hans Muche (1962)
Fred Werlé (1961 - 1962)
Hans Muche (1960 - 1961)
Walter Ilg (1959-1960)
Alfred Albrecht (1956 - 1959)
Eugen Ilzhöfer (1955 - 1956)
Walter Ilg (1953 - 1955)
Karl Maier (1953)
Theo Otto (1952 - 1953)
Dr. Harald Reinhardt (1951 - 1952)
Franz Seybold (1950 - 1951)
Fritz Teufel (1947 - 1950)
Richard Brendel (1946 - 1947)
Ernst Kettler (1946)
Joseph Mihalek (1939 - 1945)
Karl Maier (1938 - 1939)
nicht bekannt (1928 - 1938)
Hr. Grau (1927 - 1928)
Hr. Zeh (1926 - 1927)

Telekom Sport

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