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RB-Coach Alexander Zorniger im Gast-Interview

RBL-Cheftrainer Alexander Zorniger

Für RB Leipzig ist das Gastspiel beim VfR Aalen in der Scholz Arena eine waschechte Premiere. Anders sieht es für Trainer Alexander Zorniger aus. Der 47-Jährige stammt schließlich aus dem nicht einmal 30 Kilometer entfernten Mutlangen. Als Trainer des 1. FC Normannia Gmünd gewann der Schwabe im Jahr 2007 in Aalen gegen den SSV Ulm 1846 (2:1) den württembergischen Verbandspokal und führte den Verein damit sensationell in den DFB-Pokal. Gut sieben Jahre später hat Zorniger, der den 58. Fußball-Lehrer-Lehrgang als Jahrgangsbester abgeschlossen hatte und als Verfechter von Offensivfußball gilt, selbst den Sprung auf die große Fußball-Bühne geschafft. RB Leipzig führte er durch zwei Aufstiege in Serie auf dem direkten Weg aus der Regionalliga Nordost bis in die 2. Bundesliga. Vor der Partie in Aalen sprachen wir mit dem RB-Trainer.

Herr Zorniger, gegen den Spitzenreiter FC Ingolstadt 04 (0:1) riss nach 316 Tagen und 17 Heimspielen ohne Niederlage eine lange Serie. Welche Erkenntnisse lieferte Ihnen diese Partie?

Zorniger: "Ingolstadt ist aktuell eine der wenigen konstanten Mannschaft in der 2. Bundesliga und war uns mit dem Selbstvertrauen und der Coolness eines Tabellenführers eine Halbzeit überlegen. Den gleichen Gegner konnten wir wiederum 45 Minuten beeindrucken. Daher sollte der zweite Durchgang ein Fingerzeig für uns sein. Wir werden aus dem Spiel einiges lernen und müssen individuell die nächsten Schritte machen."

Sehen Sie RB Leipzig schon als Spitzenmannschaft in der 2. Bundesliga?

Zorniger: "Nach zwei, drei Spieltagen wurden wir bereits als Aufstiegsfavorit gesehen. Seit einigen Wochen geht die öffentliche Meinung etwas in die andere Richtung. Für mich hat jede Mannschaft in dieser Liga bestimmte Waffen auf dem Platz. Mannschaften wie Fortuna Düsseldorf oder der 1. FC Kaiserslautern verfügen über alles überragende Einzelspieler. Unser Trumpf ist die Spielweise, mit der wir jedem Gegner Probleme bereiten können."

Zuletzt gab es zum Auftreten Ihrer Mannschaft Schlagzeilen wie: "Der RB-Code ist entschlüsselt!"

Zorniger: "Uns ist es bisher vor allem in den Heimspielen gut gelungen, unsere auf schneller Balleroberung und Umschaltspiel ausgerichtete Taktik umzusetzen. Wenn alle Spieler ihre Aufgaben auf dem Platz zu 100 Prozent erledigen, ist unser Code nicht zu entschlüsseln. Davon bin ich überzeugt."

Wie hat sich die Wahrnehmung in Leipzig gegenüber dem Verein durch den Durchmarsch von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga verändert?

Zorniger:"„Der anfänglich unqualifizierte Gegenwind ist größtenteils verflogen. Viele Leute, die dem Verein zuvor neutral gegenüberstanden, sehen uns jetzt positiver. Ich persönlich habe auch weiterhin Verständnis für die andere Seite. Tradition heißt für mich aber nicht, dass alles in einem Klub super und seriös ist."

Seit Ihrem Amtsantritt im Juli 2012 gab es zwei Aufstiege. Könnte es zu einem Problem im Umfeld werden, wenn in dieser Saison der ganz große Erfolg ausbleibt?

Zorniger: "Nein. Wir befinden in einem Jahr, in dem sich bestimmte Prozesse entwickeln sollen. Eine weitere Saison in der 2. Bundesliga würde uns daher nicht schaden. Trotzdem sind wir nicht im Niemandsland der Tabelle und haben Kontakt nach oben."

Ist die Partie beim VfR Aalen für Sie eigentlich ein kleines Heimspiel?

Zorniger: "Ich bin immer gerne in der Nähe meiner Heimat und freue mich daher auf die Partie in Aalen. Im Vorfeld musste ich auch einige Kartenwünsche erfüllen. Mit dem Stadion verbinde ich die Erinnerungen an zwei Verbandspokal-Endspiele. Das letzte habe ich dort 2012 mit der SG Sonnenhof Großaspach gegen den 1. FC Heidenheim 0:2 verloren."

Wie schwer wiegt der langfristige Ausfall von Angreifer Terrence Boyd?

Zorniger: "Der Kreuzbandriss ist für Terrence und uns sehr bitter. Er fehlt der Mannschaft auch menschlich. Trotzdem haben wir zu Saisonbeginn auch ohne ihn einige überragende Spiele abgeliefert. Daher werden wir jetzt keine Ausreden suchen." (MSPW)

 


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