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RWE-Coach Stefan Krämer im Gastinterview

Stefan Krämer will mit dem "Drittliga-Dino" Rot-Weiß Erfurt abermals die Klasse halten.

Den Start in die neue Saison hatte sich Drittliga-Dino Rot-Weiß Erfurt, am Samstag in Aalen zu Gast, ganz anders vorgestellt. Nach fünf Spieltagen sind die Rot-Weißen, die seit 2008 als einziger Klub ununterbrochen in Liga drei am Start sind, Vorletzter. Zwei Zähler stehen auf dem Konto. Für Trainer Stefan Krämer ist die Situation nicht neu. Der 50-Jährige steht seit einem Jahr und sieben Monaten an der Seitenlinie und führte die Rot-Weißen in den vergangenen beiden Spielzeiten zum Klassenverbleib. Das soll auch diesmal wieder gelingen. Wir sprachen mit Stefan Krämer, der mit Arminia Bielefeld 2013 in die 2. Liga aufgestiegen war.

Mit zwei von 15 Zählern ist Erfurt aktuell Vorletzter. Was kann Sie derzeit aufheitern, Herr Krämer?

Krämer: "Unser Punktestand definitiv nicht. Aber die Leistungen aus den vergangenen Spiele. Die Kurve zeigt in die richtige Richtung. Es gibt solche Phasen im Fußball, in denen die Ergebnisse nicht passen. Das kommt jedoch für mich nicht vollkommen überraschend. Ich hatte nach den Abgängen einiger Leistungsträger schon damit gerechnet, dass uns so ein Start passieren kann. Deshalb werde ich auch nicht nervös."

Wo liegen die Gründe für das Abschneiden?

Krämer: "Mit den Leistungen in der Defensive bin ich gar nicht so unzufrieden. Mit Ausnahme des 0:3 beim 1. FC Magdeburg haben wir in allen anderen Partien nur einen Gegentreffer kassiert. Auf der anderen Seite haben wir aber auch nur zwei Tore erzielt. Das liegt vor allem daran, dass die Verteidigung bei uns schon im Angriff beginnen muss, um die Ordnung zu halten. Speziell für unseren Stürmer Carsten Kammlott gilt, dass er sich im Pressing für die Mannschaft aufopfert. Vor dem Tor fehlen ihm dann ab und zu die entscheidenden Körner. Wir müssen jetzt dahinkommen, dass er und die anderen Angreifer sich ein wenig herausnehmen können, um vorne durchschlagskräftiger zu werden. Ein Erfolgserlebnis würde uns allen gut tun."

Welche Rolle spielen die Personalprobleme?

Krämer: "Wir mussten vor der Saison einige Leistungsträger abgeben. Ersetzt wurden sie fast ausnahmslos durch junge Spieler, die meisten aus der Regionalliga. Zwei, drei oder vier Spieler in eine funktionierende Mannschaft einzubauen, ist ohne große Probleme möglich. Leider fehlen uns mit den langzeitverletzten André Laurito, Liridon Vocaj, Theodor Bergmann und Tugay Uzan vier wichtige Säulen. Sie alle fallen die gesamte Hinrunde aus. Die Verletztensituation darf man meiner Meinung nach bei einer vernünftigen Analyse unseres Abschneidens nicht außen vor lassen. Auf der anderen Seite muss ich mich auf die Spieler konzentrieren, die mir zur Verfügung stehen. Ich sehe das kämpferisch."

Ist es ein Vorteil, dass der Verein und Sie im Rennen um den Klassenverbleib bereits einige Erfahrungen sammeln konnten?

Krämer: "Das glaube ich schon. Wir sind noch an einem frühen Zeitpunkt der Saison. Es ist aber nicht unrealistisch, dass es erneut eng werden kann. Das gewachsene Vertrauensverhältnis im Verein - schließlich haben wir es in den vergangenen Spielzeiten gemeinsam immer geschafft - ist dabei absolut positiv. Es geht jetzt zunächst darum, die Lücke nicht zu groß werden zu lassen. Jeder Punkt ist Gold wert. Ich bin überzeugt: Jeder, der uns abschreibt, macht einen Fehler."

Nächster Gegner ist der VfR Aalen. Was ist auf der Ostalb gefordert?

Krämer: "Erst einmal habe ich großen Respekt vor der Leistung meines Trainerkollegen Peter Vollmann. Der VfR ist eingespielt und hat sich schlau verstärkt. Wenn die Aalener von Verletzungssorgen verschont bleiben, traue ich ihnen zu, um die vorderen Plätze mitzuspielen. Wir werden alles dafür geben, um uns das dringend benötigte Erfolgserlebnis zu holen. Das wäre wichtig, um nicht in eine negative Dauerschleife zu geraten. Ich hoffe, dass unsere Fans nicht zu schnell die Geduld verlieren. Wir benötigen die Hilfe unserer Anhänger von außen." (MSPW)


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