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KSC-Cheftrainer Alois Schwartz im Gastinterview

KSC-Coach Alois Schwartz will sich Platz drei nicht mehr nehmen lassen (Foto: Eibner).

Er kam, sah und siegte: Seitdem Alois Schwartz beim Karlsruher SC an der Seitenlinie steht, läuft es bei den Badenern. In 30 Spielen unter dem Nachfolger von Marc-Patrick Meister landete der ehemalige Bundesligist 17 Siege, holte zehn Unentschieden und kassierte nur drei Niederlagen. Von einem Abstiegskandidaten entwickelte sich der KSC zu einem Aufstiegsanwärter. Aktuell belegt man Rang drei, einen Punkt vor dem einzig verbliebenen Relegations-Konkurrenten SV Wehen Wiesbaden. Wir sprachen mit Alois Schwartz.

Herr Schwartz, bei Ihrem Amtsantritt Ende August war der KSC dem Abstieg aus der 3. Liga wesentlich näher als dem Aufstieg. Jetzt ist Karlsruhe zwei Spieltage vor dem Saisonende Tabellendritter, hat die Teilnahme an der Relegation weiter in der eigenen Hand. Sind Sie selbst ein wenig von der Entwicklung überrascht?

Schwartz: "Damit hatte im August in der Tat wohl niemand gerechnet. Ich war auch nicht mit der Prämisse angetreten, unbedingt den Aufstieg erreichen zu müssen. Zunächst wollten wir uns stabilisieren und Konstanz in die Leistungen bekommen. Das hat unsere Mannschaft hervorragend hinbekommen."

Ihre Bilanz mit dem KSC ist bei aktuell 2,03 Punkten die eines Aufsteigers. Wie kommt dieser Punkteschnitt zu Stande?

Schwartz: "Die Mannschaft tritt als Einheit auf. Jeder respektiert und akzeptiert jeden, alle stellen sich in den Dienst der Mannschaft. So etwas geht nicht von heute auf morgen, sondern ist das Resultat von jeder Menge Arbeit. Außerdem ist es uns gelungen, hinten eine bemerkenswerte Stabilität zu entwickeln. In 30 Meisterschaftsspielen unter meiner Regie sind wir in 20 Partien ohne Gegentreffer geblieben."

Bei Ihrem Amtsantritt hatten Sie gesagt, dass die "A-Note", sprich die Punktausbeute, immer entscheidend sei. Wie steht es denn um die "B-Note"?

Schwartz: "Auch die ist durchaus positiv. Wir waren mit 30 Punkten in die Winterpause gegangen und haben uns dann gesagt, dass wir die ganze Sache offensiver angehen wollen. Wir haben schnell die richtige Balance gefunden und erspielen uns seitdem auch mehr Tormöglichkeiten. Die defensive Stabilität haben wir dabei nie verloren. Deshalb gehen A- und B-Note durchaus Hand in Hand."

Zwei Siege trennen Ihre Mannschaft von der Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga. Haben Sie aus Ihrer Sicht den Fuß in der Tür?

Schwartz: "Ich möchte das nicht an Körperteilen festmachen. (lacht) Fakt ist, dass wir noch zweimal an unsere Leistungsgrenze gehen müssen."

Wie ist Ihr Blick auf das Restprogramm mit den Spielen beim VfR Aalen und gegen den Aufsteiger FC Carl Zeiss Jena?

Schwartz: "Niemand wird irgendetwas abschenken. Das haben wir selbst beim jüngsten 0:0 gegen den bereits feststehenden Aufsteiger SC Paderborn 07 gesehen. Aalen hat erst drei Heimspiele in dieser Saison verloren. Es wird also alles andere als einfach. Dass wir das letzte Saisonspiel gegen Jena im eigenen Stadion bestreiten, ist sicher kein Nachteil. Unsere Zuschauer honorieren unsere Leistungen und unterstützen uns daheim wie auswärts vorbildlich."

Worauf kommt es jetzt ganz besonders an?

Schwartz: "Wir können nur gewinnen. Kurz nach dem Saisonstart war der KSC doch schon abgeschrieben. Wir sollten die beiden nächsten Herausforderungen mit Freude angehen."

Ein Abrutschen auf Platz vier wäre aber bei der aktuellen Ausgangsposition doch eine Enttäuschung, oder?

Schwartz: "Mit diesem Szenario beschäftige ich mich gar nicht." (MSPW)


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