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Fortuna-Coach Uwe Koschinat im Gastinterview

Fortuna-Coach Uwe Koschinat hat großen Respekt vor der Leistung des VfR Aalen.

Bereits seit Juli 2011 ist Uwe Koschinat Trainer des Traditionsvereins Fortuna Köln, der morgen in Aalen seine Visitenkarte abgibt. Größter Erfolg für den 45-Jährigen und seine Mannschaft war 2014 der Aufstieg in die 3. Liga. Koschinat bezeichnet diesen Schritt als "schwierigsten Aufstieg im deutschen Fußball". In dieser Saison streben die Domstädter, bei denen auch VfR-Trainer Peter Vollmann schon einmal an der Seitenlinie stand, den dritten Klassenverbleib in der 3. Liga in Folge an.

Herr Koschinat, in dieser Saison kann es extrem schnell nach unten oder oben gehen. Haben Sie eine solche Spielzeit in der 3. Liga schon einmal erlebt?

Koschinat: "In diesem extremen Maße sicher nicht. Es gab und gibt in der 3. Liga ohnehin nur wenige Mannschaften, die ab dem 30. Spieltag austrudeln lassen können. Normalerweise geht es bis zum Ende in allen Stadion noch um etwas. Diesmal wurde es noch einmal auf die Spitze getrieben. Doch gerade das macht auch den Reiz dieser ausgeglichenen Spielklasse aus."

Ihre Mannschaft musste ein paar Phasen überstehen, in denen die Ergebnisse nicht stimmten. Wie groß waren Ihre Sorgen, dass die Fortuna ganz unten hineinrutscht?

Koschinat: "Die gab es schon. Nach einer kontinuierlich guten Hinrunde hatten wir uns bereits ein Polster erarbeitet. Nach dem 0:1 gegen Rot-Weiß Erfurt kam vieles zusammen: Unglückliche Niederlagen, personelle Probleme. Aus diesem Abwärtstrend haben wir uns mit dem späten 2:2 gegen den SSV Jahn Regensburg befreit. Hätten wir dieses Spiel verloren, wären die Sorgenfalten erheblich größer geworden."

Wie sieht die Marschroute bis Saisonende aus?

Koschinat: "Die letzte Saison haben wir mit 49 Punkten abgeschlossen. In diesem Jahr wollen wir uns steigern und die Marke von 50 Zählern knacken. Das ist realistisch. Allerdings haben wir bis Saisonende mehr Auswärts- als Heimspiele."

Wie gestalten sich die Planungen für die kommende Saison?

Koschinat: "Wir beobachten permanent den Markt und schauen, wie wir uns verbessern können. Unsere ersten Ansprechpartner sind allerdings zunächst unsere aktuellen Spieler. Die Gruppe funktioniert, jeder Einzelne leistet seinen Beitrag."

Mit fünf Jahren und neun Monaten sind Sie inzwischen der dienstälteste Trainer in der 3. Liga. Wie stolz sind Sie darauf?

Koschinat: "Für den Erfolg der Mannschaft sind viele Menschen verantwortlich. Das reklamiere ich sicher nicht für mich allein. Stolz macht mich, dass ich diesen Traditionsverein in großen Stadien in ganz Deutschland repräsentieren darf. Ich spüre das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird. Ich schätze die kurzen Dienstwege und dass es nur wenige Entscheider gibt. Bei der Fortuna wird unaufgeregt gearbeitet und es werden realistische Zielsetzungen ausgegeben. So lässt sich auch der eine oder andere Negativlauf recht problemlos überstehen."

Heutiger Gegner ist der VfR Aalen. Wie schätzen Sie die Mannschaft Ihres Kollegen Peter Vollmann ein?

Koschinat: "Für mich ist der VfR die große Überraschung der Saison. Im Sommer hatte der Klub einige gestandene Spieler verloren und sie mit weitgehend unbekannten Akteuren ersetzt. Trotzdem zeigt der VfR attraktiven Fußball und hat - rein sportlich - jede Menge Punkte geholt. Davor ziehe ich den Hut. Der Charakter der Mannschaft stimmt, sonst hätte sie die vielen Widrigkeiten in dieser Saison nicht so einfach weggesteckt. Auf uns wartet eine sehr schwere Aufgabe."

Wie sieht es personell aus?

Koschinat: "Mit Maurice Exslager, Marc Brasnic, Kristoffer Andersen, Florian Hörnig und Maik Kegel fallen gleich mehrere Spieler verletzungsbedingt aus." (MSPW)

 


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